Effektivitätsanspruch

In letzter Zeit schreibe ich zwischen meinen Therapiesitzungen relativ viel. Zum Einen, um meine ganzen wirren Gedanken zu ordnen, zum Anderen als Vorbereitung auf die nächste Stunde. Seitdem nutze ich die Zeit mit meiner Therapeutin auch viel effektiver – ja da ist es also! Mir ist nämlich nicht entgangen, wie oft ich dieses Wort in meinen Texten benutze. Und was da alles effektiv sein muss – meine Ziele für die Therapie bzw. für die Reha, meine Alltagsaufgaben, jede einzelne Therapiesitzung und mein Leben sowieso. Eine gute Freundin sagte mir letztens, dass ich viel zu streng mit mir selbst sei. Ja …

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Ziele

Bald enden meine bewilligten Stunden für die Therapie und ich habe deshalb eine Aufgabe von meiner Therapeutin bekommen. Ich soll mir überlegen, was ich bisher schon mit Ihrer Hilfe erreicht habe und bei welchen Zielen ich noch Unterstützung brauche. Sie muss nämlich einen ausführlichen Bericht schreiben, damit ich evtl. nochmal eine Verlängerung bekomme. Es macht mir ehrlich gesagt große Angst, nicht zu wissen, ob ich schon bald mit dem Thema Abschied konfrontiert werde oder nicht. Dafür bereit bin ich noch lange nicht! Was sind denn nun aber meine Ziele? Diese Frage stellt mich jedes Mal vor ein großes Rätsel. Egal, …

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Therapiedesaster

Eigentlich wollte ich heute meine Unzufriedenheit in der Therapie ansprechen. Eigentlich… Diese Unzufriedenheit wurde mir nach der letzten Sitzung so richtig bewusst. Ich ging aus der Praxis und dachte „Wieder eine total sinnlose Stunde…“, schrieb aber einer Freundin „Therapie war heute richtig gut!“. Erst hinterher dämmerte mir, wie sehr ich mich gerade selbst betrüge. Ich versuchte all meinen Frust zu verbergen. Bloß keinen Anlass geben, mich nicht mehr zu mögen. Ich hatte im letzten dreiviertel Jahr nur in unregelmäßigen Abständen Termine, weil meine Therapeutin offiziell in Elternzeit war. Mir war von Anfang an bewusst, worauf ich mich einlasse. Es kam für …

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Lebenszeichen

Ich bin hier auf dem Blog in letzter Zeit nicht wirklich aktiv. Am Montag habe ich in einer anderen Stadt bei einer neuen Arbeitsstelle angefangen. Das bedeutet jeden Tag ca. 15-20 Minuten länger pendeln zu müssen als bisher. Ich komme zwischen halb fünf und fünf nach Hause, relaxe kurz mit einem Kaffee, zieh meinen Sport durch oder schmeiß‘ den Haushalt, koche mein Abendessen und schaue noch ein paar Folgen irgendeiner Serie bevor ich mich wieder ins Bett begebe. Da bleibt wirklich wenig Zeit für Hobbies. Es gäbe genügend Themen, über die ich schreiben könnte – ein abgesagtes Wochenende bei meiner …

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Unzensiert

Eigentlich möchte ich schon seit längerem wieder regelmäßig bloggen, nur ich krieg es nicht auf die Reihe. Meine Tage bestehen zur Zeit aus Arbeit, Serien suchten (gerade die zweite Staffel von „The Path“ beendet), Sport, Haushalt und schlafen. Es ist nicht so, dass ich im Stress bin. Auf Arbeit kann ich mich eher über zu wenig als zu viel Arbeit beklagen. Genügend Themen, an denen ich euch teilhaben lassen könnte, sind auch vorhanden. Trotzdem bekomme ich den Dreh nicht. Mir fehlt häufig die Motivation zu schreiben, denn in meinem Hinterkopf lauert permanent der berühmte Perfektionismus, der alles super gut rüberbringen …

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Über meinen Schatten springen

Vortrag über Depressionen

Die Wiese e.V., eine Selbsthilfe-Beratungsstelle in meiner Stadt, veranstaltet jedes Jahr an drei Abenden die Vortragsreihe „Depression – wir reden darüber“. An dieser Veranstaltung wirken ganz unterschiedliche Akteure mit. Zuerst gibt es eine kleine, thematische Einführung durch eine Psychotherapeutin, dann berichtet ein/e Betroffene/r von den eigenen Erfahrungen. Zum Abschluss hat das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich auszutauschen. Themen Schlecht drauf oder Depressiv? Wege aus dem Tief Wie gehe ich als Angehöriger mit der Erkrankung um? Da ich ehrenamtlich hin und wieder für die Wiese tätig bin, wurde ich Anfang des Jahres gefragt, ob ich mich für einen der …

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Wenn das Loslegen unmöglich erscheint

… blicke ich auf meine Pinnwand und mir lacht einer von vielen Zettelchen mit der Botschaft entgegen: AKTIV sein tut mir gut! Wer nun denkt ich würde daraufhin berauscht aufspringen, um umgehend meine Aufgaben zu erledigen, täuscht sich. Viel eher bleibe ich erst einmal sitzen, denke darüber nach, wann zum Geier ich diesen Zettel bloß geschrieben habe. In welcher Laune muss ich da wohl gewesen sein? Das ist völlig ausgeschlossen! Jeder kennt die Tage, an denen scheinbar gar nichts geht. Die Müdigkeit drückt uns zurück ins kuschelig warme Bett, die Antriebslosigkeit lässt uns gerade einmal bis zum Sofa taumeln und die Motivationslosigkeit trübt die Gedanken …

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