Weihnachtszeit ist Familienzeit

Weihnachten ohne Familie

Dieses Jahr habe ich wirklich kurz darüber nachgedacht, ob ich Weihnachten mal wieder bei meinen Eltern verbringen soll. Ich hatte sogar schon gedankliche Pläne geschmiedet, mit wem ich mich treffen könnte. Aber umso näher Weihnachten rückte, umso unwohler fühlte ich mich damit. Meine Eltern fragen mich jedes Jahr und sind natürlich traurig, wenn ich sie nicht besuchen komme. Mittlerweile akzeptieren sie zwar meine Entscheidung und setzen mich auch nicht mehr emotional unter Druck, aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen. Ich frage mich, wieso es ihnen so wichtig ist, dass ich ausgerechnet zur Weihnachtszeit komme?! In meiner alten Heimat wohnen …

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Rückzug an allen Fronten

Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, aus dem ganzen Zirkus rund um Social Media auszusteigen. In den letzten Wochen habe ich mir selbst so viel Druck gemacht, dass es mir damit immer schlechter ging. Ständig hatte ich das Gefühl ich müsse liefern, liefern, liefern. Nach der Arbeit drehte sich in meinen Gedanken alles nur noch um „du wolltest doch schon lange über XYZ bloggen“ oder „du solltest bei Facebook/Instagram/Twitter viel aktiver sein – deine Follower wollen content“. Facebook ist unverzeihlich. Ein Tag inaktiv, schon sinkt die Reichweite. Ein weiterer Tag und die ersten wandern ab. Auch wenn ich immer …

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Körpersignale

Depressionen betreffen auch den Körper

Freitag – tief durchatmen – endlich Wochenende! … und gerade jetzt scheine ich eine Erkältung auszubrüten. Als hätte mir mein Körper in den letzten 3 Wochen nicht genügend Steine in den Weg gelegt. Obwohl, das ist vielleicht die falsche Betrachtungsweise, denn jedes meiner Wehwehchen hatte sicherlich auch irgendeinen Sinn. Seit geraumer Zeit leide ich vermehrt unter Kopfschmerzen. Vor ungefähr 2 Jahren hatte mich meine Psychiaterin schon einmal zur Computertomographie geschickt, aber bis auf ein paar verkalkte Areale in meinem ’smarten‘ Hirn, was wohl nicht weiter schlimm ist, wurde nichts gefunden. Die Schmerzen tauchen mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf – da …

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Rat-Schläge

Jeder von uns, der schon einmal eine depressive Phase durchlebt hat, kennt sicherlich die gut gemeinten Worte anderer Menschen, die genau zu wissen meinen, was einem in dieser dunklen Phase hilft. Meine Eltern sind das Paradebeispiel für den Satz „geh doch mal raus“ – mein Vater ist sogar der Ansicht, dass der tägliche Spaziergang körperlich und seelisch alles heilt. Ganz gewiss hat Bewegung an der frischen Luft einen positiven Effekt auf unsere Psyche, ich schaffe es jedoch trotzdem nicht, jeden Tag nach draußen zu gehen. Dann ist da noch meine nette Nachbarin, die mir bei schönem Wetter immer wieder die Frage stellt „Warst …

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Kunterbunter Abschied mit einer Prise Traurigkeit

Abschied von der Psychotherapie

Diese Woche war es soweit: Meine vorerst letzte Sitzung bei meiner Therapeutin. Da ich vor zwei Wochen im Scherz zu ihr sagte, dass ich sie gerne in ihrer Praxis gefangen halten würde bis ihre Elternzeit vorbei ist, durfte ich dieses Mal sogar die doppelte Zeit nutzen. Es war ein unheimlich gutes Gefühl, ohne Zeitdruck in die Praxis gehen zu können. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber 50 Minuten sind jedes Mal viel zu schnell vorüber – meistens genau dann, wenn ich gerade noch ein wichtiges Thema anreiße. Natürlich war es mir ein Anliegen, über die Zeit ohne ihre therapeutische …

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Neue Kraft schöpfen

Extreme Müdigkeit gepaart mit hohem Schlafbedürfnis, kein Antrieb, absolut miese Laune, keine Motivation oder auch Nullbockstimmung – solche Phasen erlebt jeder von uns mindestens einmal in seinem Leben. Für Menschen mit Depressionen fühlen sie sich wie ein SuperGAU an, der sich quälend lang hinziehen kann – zum Teil bis an den Punkt, an dem Suizid als die beste aller Lösungen erscheint. Gerade deshalb ist es wichtig, vor der völligen Erschöpfung die Reißleine zu ziehen. Ich erlebe zur Zeit wieder eine depressive Phase, so dass ich gut auf mich aufpassen muss. Dauerhafte Müdigkeit, wenig Antrieb und Kraft machen mir den Alltag …

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Auf der Reise

Jeder von uns geht bekanntlich seinen eigenen Lebensweg. Manchmal spazieren wir gemächlich für uns alleine, manchmal sprinten wir drauf los und manchmal legen wir einige Abschnitte gemeinsam mit anderen Menschen zurück. In den letzten Wochen hatte ich eine Menge Wegbegleiter um mich herum, für die ich sehr dankbar bin. Wir gingen mit federnden, schnellen Schritten, den Wind in den Haaren, die Wangen gerötet, mit hechelndem Atem. Kein Hügelchen konnte uns aufhalten, kein Hindernis unseren Weg versperren. Ab und zu spürte ich ein spitzes Steinchen in meine Fußsohle zwicken, aber nichts worüber ich mich sorgen musste, denn wir liefen unbeschwert weiter. …

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