Kraftlos

Ich bin müde, kraftlos, ausgelaugt. Seit drei Tagen geht es kräftemäßig bergab. Heute ist der bisherige Höhepunkt. Den ganzen Tag schon kämpfe ich gegen meinen inneren Kritiker. „Du wolltest dies tun, du wolltest das tun und bewegen solltest du dich auch!“ Blablabla… Diese Diskussionen rauben mir nur noch mehr Kraft. Und eigentlich will ich auch gar nicht gegen meine Anteile kämpfen müssen. Ich darf mir Auszeiten nehmen, ich darf regenerieren. Das ist mir durchaus klar. Aber wo ist die Grenze zwischen Selbstfürsorge und dysfunktionalem Verhalten? Wenn ich dem Bedürfnis nach Ruhe nachgebe, habe ich Angst in der Lethargie stecken zu …

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Raus aus der Komfortzone

schöne Momente

Gänseblümchen der Woche #120 Vor einiger Zeit habe ich mir überlegt, dass ich doch ein paar Vorlesungen an der Uni besuchen könnte solange ich noch im Wartemodus für die Klinik bin. Einfach mal aus der Wohnung kommen, Abwechslung im Alltag erleben und mich dazu geistig ein wenig (heraus-)fordern. Denn es ist nun mal gerade so, dass mir echt die Decke auf den Kopf fällt. Ständig hänge ich gedanklich bei meiner Erkrankung. Wie soll es weitergehen? Kann es überhaupt weitergehen? In welche Richtung soll es denn weitergehen? Am Montag war es soweit. Der erste ‚offizielle‘ Vorlesungstag in diesem Semester. Allerdings wurde mir erst …

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Gänseblümchen der Woche #118

schöne Momente

Diese Woche gibt es gar nicht viel zu berichten. Ich hatte einige Nachwehen von der ‚bösen‘ Vierfach-Impfung, die mich ziemlich abgeschossen haben. Deshalb war mein Sofa für einige Tage mein bester Freund. Aber zu viel auf dem Sofa gammeln, verschlechtert auch nach und nach meine Stimmung. Dagegen hilft nur rausgehen, egal wie ich mich fühle. Aufstehen, anziehen und ab in die Natur. Die Spaziergänge haben wirklich gut getan. Die Herbstsonne ist noch recht kräftig. Zu Beginn der Woche wurde ich auf der Straße angesprochen. Normalerweise vermeide ich solche Begegnungen, weil ich mich bei sowas meist unwohl fühle und ungern mit …

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Um Hilfe bitten

Mir fällt es total schwer, um Hilfe zu bitten. Wenn es mir emotional schlecht geht, wünsche ich mir oft Hilfe von Außen. Nur meist weiß ich gar nicht, was ich genau brauche. Die kleine Annie träumt von einer ‚Mutter‘, die sie rettet, aber die große Annie weiß genau, dass nur ich selbst mir diese Mutter sein kann. Ich weiß jedoch noch nicht, wie das geht?! In der Reha habe ich mich zum ersten Mal getraut nach Hilfe zu fragen. Und irgendwie war es eine gute Erfahrung, denn dadurch baute ich nach und nach Vertrauen zu meiner liebsten Schwester aus der …

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Sonnenuntergang am See

Ich hatte in meinen letzten Gänseblümchen geschrieben, dass ich mir gerne den Sonnenuntergang an unserem See anschaue. Leider konnte ich die letzten Abende nicht hin, weil mich eine blöde Erkältung erwischt hat. Also einfach mal Bilder hervorholen und die schönen Momente in Erinnerung rufen. Die Qualität ist nicht hervorragend, aber der reale Moment des Erlebens ist auch viel wichtiger!

Mir Gutes tun

Gerade bin ich vom Schwimmen hochgekommen und sitze jetzt mit einer Tasse Kakao auf dem Balkon meines Klinikzimmers. Um mich herum zwitschern die Vögel ihr Abendlied – so schön! Das Wochenende war anstrengend – ohne Antrieb, ohne Lust. Gespräche wurden mir zu viel. Ich konnte nicht folgen, wollte auch nicht. Am liebsten hätte ich absolute Stille im Speisesaal gehabt. Zum Glück waren heute viele Mitpatienten mit ihrem Besuch unterwegs, so dass mein Tisch relativ leer war. Trotz der Erschöpfung habe ich versucht, mir irgendwie etwas Gutes zu tun – Zeit für mich nehmen, ein Nickerchen machen, im Klinikpark spazieren gehen …

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Ganz oder gar nicht

Ich kann es mir einfach nie Recht machen! In den letzten 15 Jahren war es für mich normal, dass ich sehr viel Zeit zu Hause, im Schutz meiner Wohnung, verbracht habe. Sobald es Frühling wurde und die Temperaturen stiegen, hatte ich zwar den Drang nach draußen gehen zu ‚müssen‘, aber wollte es oft gar nicht wirklich. In meinen schlimmsten depressiven Phasen, habe ich tagelang den Verdunkelungsvorhang nicht geöffnet, damit ich das gute Wetter nicht sehen musste und sich mein schlechtes Gewissen dadurch noch vergrößerte. Es ist jetzt nicht so, dass mir Sonne und Bewegung nicht gut tun würden. Ich liebe …

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