Zusammenbruch

Seelenbeitrag Tag 17 Ehrlich gesagt weiß ich gerade gar nicht, wie ich anfangen soll. Es war hier über eine Woche still, was definitiv nicht so geplant war. Ich bin in dieser Woche körperlich und seelisch zusammengebrochen. Mein ganzer (Gedanken-)Stress hat sich genau dann entladen, als mein Körper schon geschwächt am Boden lag. Ich möchte gar nicht zu sehr ins Details gehen, weil das nicht wichtig ist, um Zusammenhänge zu verstehen. Spontane Veränderungen von Terminen. Pläne, die dadurch durcheinander geraten sind. Ängste vor körperlichen Symptomen. Eine starke Impfreaktion. Weitere Ängste. Dissoziation, Verzweiflung, Ohnmacht. Und zwischendurch immer wieder Aggression. Ein Hin und …

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Standpunkt

Seitdem ich vor zwei Jahren aus einer sehr anstrengenden Reha entlassen worden bin, habe ich hier kaum noch geschrieben. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Das Schreiben hat mir keine Freude mehr gemacht und mir fehlte oft die Motivation, um mich mitzuteilen. Dazu kamen bürokratische Kämpfe, die mir viel Kraft abverlangt haben. Meine Therapeutin beendete die Zusammenarbeit mit mir, meine Psychiaterin ging in Rente und ich stand mit der leisen Ahnung einer Persönlichkeitsstörung im Nichts. Zum Glück habe ich recht schnell einen Termin in einer Institutsambulanz bekommen. Bis heute bin ich dort bei einer Psychologin (nur zur Beratung, keine Psychotherapie) und nehme …

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Klinikzeit

Es war hier einige Wochen sehr still. Mir fehlten einfach die Worte, aber auch die Kraft, mich ausführlicher zu melden. Wie einige von euch wissen, habe ich sehr lange auf einen Platz in meiner Wunschklinik warten müssen. Mittlerweile bin ich seit 6 Wochen hier und mein Leben wurde einmal komplett auf den Kopf gestellt. Neue Diagnose, neue Wege, neue Sichtweisen und ganz viel harte Arbeit. Ich weiß gar nicht, wie oft ich in den letzten Wochen an meine Grenzen gekommen bin – körperlich und emotional. Dies wird auch nicht der letzte Aufenthalt bleiben, weil ich noch einiges über mich zu …

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Erleichterung

schöne Momente

Endlich kann ich einen dicken fetten Punkt hinter mein Studium machen! Ich bin zwar schon etwas länger Sozialarbeiterin B. A. (mit Bachelorabschluss), aber war bisher noch nicht staatlich anerkannt. Unsere Universität ist eine der letzten in NRW, die die Anerkennung nicht direkt mit dem Abschluss verleiht. Zu wenige praktische Stunden während des Studiums. Die beiden Pflichtpraktika sind zeitlich gesehen aber auch ein Witz. Deshalb habe ich bereits im Studium beschlossen, ein Theorie-Praxis-Projekt als zweites Praktikum zu machen. Ein Jahr lang lernte ich alles rund um die ‚Sozialraumorientierung‘ – theoretisch wie auch praktisch. So weit, so gut. Nach dem Studium müssen …

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Alles anders

schöne Momente

Diese Woche hatte ich meinen ersten Termin bei einer neuen Psychiaterin. Meine alte Frau Doktor ist nämlich Ende letzten Jahres in Rente gegangen. Wirklich viel kann ich zu der neuen Ärztin aber noch gar nicht sagen. Auf den ersten Blick ganz nett. Evtl. ein bisschen zu pragmatisch, aber es ist schließlich eine Medizinerin. Die ticken manchmal einfach anders 😉 Sie hat sich echt viel Zeit für mich genommen. An festen Terminen bekomme ich nämlich 30!!! Minuten Gesprächszeit. Ich meine hallo?! 30 Minuten?! Das kenne ich in dieser Art von Psychiatern so gar nicht. Zusätzlich gibt es jeden Tag eine Notfallsprechstunde. …

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Raus aus der Komfortzone

schöne Momente

Gänseblümchen der Woche #120 Vor einiger Zeit habe ich mir überlegt, dass ich doch ein paar Vorlesungen an der Uni besuchen könnte solange ich noch im Wartemodus für die Klinik bin. Einfach mal aus der Wohnung kommen, Abwechslung im Alltag erleben und mich dazu geistig ein wenig (heraus-)fordern. Denn es ist nun mal gerade so, dass mir echt die Decke auf den Kopf fällt. Ständig hänge ich gedanklich bei meiner Erkrankung. Wie soll es weitergehen? Kann es überhaupt weitergehen? In welche Richtung soll es denn weitergehen? Am Montag war es soweit. Der erste ‚offizielle‘ Vorlesungstag in diesem Semester. Allerdings wurde mir erst …

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Um Hilfe bitten

Mir fällt es total schwer, um Hilfe zu bitten. Wenn es mir emotional schlecht geht, wünsche ich mir oft Hilfe von Außen. Nur meist weiß ich gar nicht, was ich genau brauche. Die kleine Annie träumt von einer ‚Mutter‘, die sie rettet, aber die große Annie weiß genau, dass nur ich selbst mir diese Mutter sein kann. Ich weiß jedoch noch nicht, wie das geht?! In der Reha habe ich mich zum ersten Mal getraut nach Hilfe zu fragen. Und irgendwie war es eine gute Erfahrung, denn dadurch baute ich nach und nach Vertrauen zu meiner liebsten Schwester aus der …

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