Faultier

Mir fällt es unglaublich schwer, meinen inneren Antreiber einfach mal ‚reden‘ zu lassen. Ihn zu ignorieren ist fast unmöglich, weil er perfekt darin ist, mit fiesen Schuldgefühlen anzugreifen. Immer MUSS ich funktionieren, soll ich mich nicht so anstellen und überhaupt schaffen das andere mit links. Es ist besonders kompliziert, sobald er mit dem Kritiker und dem Perfektionisten zusammenarbeitet. Wenn ich auf mich stolz bin, weil ich z. B. einkaufen war, serviert mir dieses Trio einen Berg an Aufgaben, die ich am gleichen Tag auch noch schaffen MUSS, um ‚wirklich‘ stolz sein zu dürfen. Irgendwas läuft da doch falsch! Einen Lösungsweg, den …

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Ganz oder gar nicht

Ich kann es mir einfach nie Recht machen! In den letzten 15 Jahren war es für mich normal, dass ich sehr viel Zeit zu Hause, im Schutz meiner Wohnung, verbracht habe. Sobald es Frühling wurde und die Temperaturen stiegen, hatte ich zwar den Drang nach draußen gehen zu ‚müssen‘, aber wollte es oft gar nicht wirklich. In meinen schlimmsten depressiven Phasen, habe ich tagelang den Verdunkelungsvorhang nicht geöffnet, damit ich das gute Wetter nicht sehen musste und sich mein schlechtes Gewissen dadurch noch vergrößerte. Es ist jetzt nicht so, dass mir Sonne und Bewegung nicht gut tun würden. Ich liebe …

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Fuck you, life

Depressionen erdrücken

Vor einigen Tagen… Es lauert irgendwo in meinem Innern. Gut getarnt, so dass es nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick direkt sichtbar ist. Doch ich kann es fühlen – wie das Vibrieren der Gleise eine Ewigkeit bevor der Zug heransaust. Eine diffuse innere Anspannung und Nervosität – ähnlich eines Cover Up Tatoos. Du kannst es mit allem möglichen überdecken und trotzdem bleibt es für immer da. Heute brach die Verzweiflung endlich aus mir heraus. Ich schrie, weinte, schnappte nach Luft, schlug meine Hand gegen den Türrahmen meines Badezimmers, weil ich dachte diesen tiefen Schmerz anders …

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Unkontrollierbare Anspannung

Heute ist ein Tag, den ich am liebsten in die nächste Mülltonne klatschen möchte. Nachdem ich bei der Vorbereitung auf mein morgiges Vorstellungsgespräch bemerkt habe, dass es sich um genau DEN Bereich handelt, den ich für mich ausschließe, lief mein emotionales Innenleben Amok. Erst war ich total angepisst, weil ich nicht richtig nachgeprüft hatte, für welchen Bereich die Ansprechpartnerin zuständig ist – wofür gibt es schließlich das Internet?! Okay, ich bin mir sicher auf der Seite des Trägers gewesen zu sein, aber wieso habe ich etwas so wichtiges links liegen lassen? Aus der Anzeige ging leider nicht genau hervor, worum …

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Gedankenstress

negative Gedanken

„Was hast du für heute so geplant?“ „Geschirr spülen, durchsaugen, auf den Postmann warten, einkaufen, Sporteinheit, bloggen. Ich schaue, mal was ich heute auf die Reihe bekomme.“ „Das klingt nach einem entspannten Alltags-Tag.“ Entspannt? Ich empfinde es gerade als relativ stressig, selbst wenn die einzelnen Aufgaben nicht unbedingt viel Zeit in Anspruch nehmen. In meinem Kopf tanzt der Gedankenstress! DU MÜSSTEST MAL WIEDER Bettwäsche waschen Bett frisch beziehen Schlafzimmer entstauben Wohnzimmer aufräumen Bad putzen Mäusegehege säubern … und das ist nur die Liste für den Haushalt – weitere To Do’s nicht eingeschlossen. Mir ist natürlich bewusst, dass ich nicht alles …

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Ich bin depressiv, ich darf das!

Da mir das Thema Verantwortung während einer depressiven Phase immer wieder auf unterschiedliche Weise begegnet, würde ich gerne ein paar meiner Gedanken aufs virtuelle Papier bringen. Dürfen wir uns hinter unserer Depression verstecken?  Zum besseren Verständnis beginne ich mit einer ganz aktuellen Situation aus meinem Leben. Für heute hatte ich geplant mit einer (mittlerweile) Freundin aus der Selbsthilfegruppe zur Naturschutzjugend zu fahren, damit wir die verantwortliche Person für die Ehrenamtlichen kennenlernen können. Wir vereinbarten gestern Abend schon eine Uhrzeit (14 Uhr) und wollten heute noch einmal den genauen Treffpunkt abstimmen. Im Laufe des Vormittags schlug ich ihr einen für uns beide gut erreichbaren …

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Unerträgliche Stille

Schweigen in der Psychotherapie aushalten

Vor Kurzem las ich bei der lieben Therapeutenseele einen Beitrag zur Thematik des Schweigens während der Therapiesitzung. Mir war bisher gar nicht bewusst, wie sehr Stille selbst PsychotherapeutInnen vor Herausforderungen stellt und einen innerlichen Druck aufbaut, der erst einmal ausgehalten werden will. Als ich mich das erste Mal entschloss, eine Psychotherapie zu beginnen, gelangte ich auf Empfehlung zu einer Psychoanalytikerin. Mir war zu diesem Zeitpunkt schon bekannt, dass diese Art von Therapie nicht gerade die kommunikativste ist. Allerdings war ich auf das, was mich dort erwartete überhaupt nicht gefasst – kein Entgegenkommen, keine Hilfestellung, kein Nachfragen: ganz einfach keinerlei verbale Kommunikation. Natürlich hat mich das Schweigen …

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