Drei Schritte vor und einen zurück

Handwerker in der Wohung. Das ist ja überhaupt nicht mein Ding! Jedes Mal ein ungewolltes Eindringen in meinen sicheren, kontrollierbaren Bereich. Ist die Person einmal drin, legt sich bei mir ein Schalter um. Wie ein Chamäleon passe ich mich allem an und lasse zu, dass ich meine Bedürfnisse völlig ignoriere. Egal, was ich mir vorher vorgenommen habe, ich tu es einfach nicht. Aus Angst? Aus Scham? Aus Überforderung? Wenn ich dann auch noch zugeschwafelt werde oder die Person sich nicht die aktuellen Bestimmungen hält (Abstand, Maskenpflicht), wird es kompliziert. Die Anspannung steigt. Ich möchte nur noch fliehen. Oder den Handwerker …

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Heimatbesuch

Ich war über das Wochenende nach langer Zeit mal wieder in meinem Elternhaus und ich habe lange mit mir gerungen, ob ich hinfahren soll. Der Ort meiner Kindheit ist kein Platz, an dem ich gerne bin. Aber mein Vater hatte Geburtstag und wünschte sich, dass seine Familie mal wieder beieinander ist. Ihm geht es körperlich nicht gut. Das Alter zollt seinen Tribut. Nächstes Jahr wird er schon 80! Das ist echt unglaublich. Ich weiß noch, wie ich als Kind auf dem 80. Geburtstag meines Opas gewesen bin. Zwischen all den ‚uralten‘ Leuten. Und jetzt gehört mein Vater schon dazu. Mir …

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Genervtheit, Unsicherheit, Angst

Seelenbeitrag Tag 2 Ich konnte meine Hausärztin heute wieder nicht erreichen, um nach meinen Blutwerten zu fragen. Dabei will ich doch nur wissen, ob ich auffällige Schilddrüsenwerte habe. Jetzt muss ich bis Freitag warten und hoffen, dass sie sich nicht wegen des Feiertags freigenommen hat. Mein Puls ist auch noch nicht besser, obwohl ich das Medikament gestern Abend weggelassen habe. Das macht mir eine scheiß Angst. Dabei war ich doch erst am Montag zum CheckUp inklusive EKG. Und da war alles in Ordnung. Wären die Blutwerte extrem aufällig, hätte meine Ärztin mich doch sicherlich angerufen?! Außerdem bin ich schon wieder …

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Die Welt aussperren

Gestern habe ich mich entschlossen, die Welt auszusperren. Das Handy offline zu nehmen. Die Verbindung zu kappen. Mit all der Unsicherheit und Angst, die so eine Entscheidung mit sich bringt. Mir war plötzlich alles zu viel. Und ich habe zu spät erkannt, dass ich wieder einmal über meine Grenzen gegangen bin. Alles fing damit an, dass ich mit ein paar Freundinnen Sprachnachrichten austauschte. Etwas völlig alltägliches. Wir sprachen über persönliche Probleme und Entscheidungen, die getroffen werden sollten. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Aber bei mir sprang, ohne dass ich es rechtzeitig erkennen konnte, mein Automatikmodus an. Ein altes, inneres Programm aus meiner …

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Ruhe auf den billigen Plätzen

Ich bin echt froh, dass es mir heute wieder etwas besser geht und ich mehr Energie habe. Die letzten Tage war ich ziemlich erschöpft und konnte mich für nichts begeistern. Gestern Abend hatte ich einen starken Gefühlsausbruch, den ich immer noch nicht richtig zuordnen kann. Dazu kam die extrem laute Stimme meines leistungsfordernden Anteils (innerer Kritiker), der mir weismachen wollte, dass ich alles Liegengelassene der Woche nun aufholen und ausgleichen muss. Das ist so ein absolut beschissener Teufelskreis: die Kraft fehlt, der Fordernde schreit, der gesunde Erwachsene versucht zu verhandeln, die Kraft schwindet noch mehr. Je mehr ich emotional angekratzt …

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Skillstraining mit Hindernissen

Nach fünf Monaten Wartezeit startete diese Woche endlich meine Skillsgruppe. Ich hatte wirklich viel Hoffnung in diesen ersten Termin gelegt und dann kam es doch ganz anders als erwartet. Ich berichte aber am besten von vorne. Im Frühjahr war ich für 10 Wochen stationär in einer Klinik. Dort habe ich zum ersten Mal die DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Marsha Linehan) kennengelernt. Diese Therapiemethode wurde ursprünglich für Borderline-Patienten entwickelt, wird jedoch mittlerweile auch bei anderen Persönlichkeitsstörungen und Krankheitsbildern angewandt. Das so genannte Skillstraining – ein Teil der DBT – besteht aus 5 Modulen: Achtsamkeit ~ Stresstoleranz ~ Umgang mit Gefühlen ~ …

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Kleine Schritte

Ich bin gerade echt stolz auf mich, weil ich diese Woche zwei wichtige Aufgaben angegangen bin, die ich schon seit einiger Zeit vor mir hergeschoben habe. Ihr kennt das sicherlich. Der Berg erscheint einem so gewaltig und hoch, dass man schon vor dem ersten Schritt Angst hat, es nicht zu schaffen. Ich habe endlich eine Liste mit Therapeutinnen aus meiner Umgebung erstellt, die Schematherapie oder klärungsorientierte Psychotherapie anbieten. Zur Zeit bin ich zwar einmal pro Woche in der Institutsambulanz bei einer wirklich guten Psychologin, aber dort kann ich keine langfristige Psychotherapie machen. Also brauche ich über kurz oder lang, eine …

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