Dilemma

Seelenbeitrag Tag 9 Mir fällt gerade auf, dass mein Neffe heute Geburtstag hat und ich ihn noch gar nicht angerufen habe. Um ehrlich zu sein, bin ich unsicher, ob ich ihn überhaupt anrufen soll. Eigentlich wollte ich nie eine Tante sein, die sich nicht für ihre Neffen interessiert. Aber durch die emotionale Distanz zwischen meinem Bruder und mir, ist auch die Beziehung zu seinen Kindern auf der Strecke geblieben. Und gerade der Kleinere der Beiden hat sich schon vor einigen Jahren mehr und mehr von mir abgewandt. Das tut weh – sicherlich auf beiden Seiten. Ich fühle mich schuldig. Dabei …

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Seelenbeitrag

Heute ist der 1. Juni 2021. Heute startet ein Experiment. Eine ganz persönliche Challenge. Ich nehme mir vor, in diesem Monat jeden Tag etwas auf dem Blog zu teilen. Egal ob lang oder kurz, ob interessant oder uninteressant, ob perfekt oder unperfekt. Mir fehlt das Schreiben – das wirkliche Schreiben – das ehrliche Schreiben, ohne mir zehntausend Mal überlegen zu müssen, wie es klingt oder ob es gelesen wird. Eigentlich wollte ich schon im Mai damit starten, aber ich musste Mitte Mai den Blog inklusive Domain umziehen lassen. Weil ich nicht wusste, ob alles glatt laufen wird, habe ich es …

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Der Kern meines Seins

Es ist still geworden. Die Klinik fordert all meine Kräfte. Bei mir ist etwas ganz Wesentliches aufgebrochen. Etwas ist in Gang gekommen, was mich auf allen Ebenen berührt. Und doch bin ich noch da, kämpfe mich tapfer von Tag zu Tag und komme mir ein Stück weit immer näher. Ich bin froh, dass ich so mutig bin, genau hinzuschauen und diese Chance hier bekommen habe. Das Glück an so eine tolle Therapeutin zu gelangen. Mein Innerstes wurde wie ein Puzzle in 1000 Einzelteile gesprengt, damit es sich nun Stück für Stück wieder richtig zusammensetzen kann. Ich weiß, dass ich noch …

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Überforderung mit Fluchttendenz

In knapp 2 Wochen geht meine Reha los! Gestern war der Brief der Klinik mit meinem Aufnahmetermin in der Post. Einerseits bin ich erleichtert, endlich ein Datum zu haben, andererseits macht mich die Nervosität total unruhig. In meinem Kopf ging es auch direkt drunter und drüber. Was muss ich alles noch erledigen? Welche Unterlagen müssen noch verschickt werden? Wen muss ich informieren? Ich bin schon allein mit diesem organisatorischen Kram etwas überfordert. Wenn dann noch solche Gedanken wie „hoffentlich bekomme ich eine Therapeutin und die Leute dort sind nett“ hinzukommen, fängt das Karussell erst richtig an zu drehen. Dem Brief …

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Ich bin kein schlechter Mensch

Ich bin kein schlechter Mensch

„Was nehmen Sie aus dieser Sitzung heute mit?“ – erwartungsvoll schaut mich  meine Therapeutin an. Ich mag solche Fragen nicht, weil sie mir Druck machen. Druck unbedingt die Antwort geben zu müssen, die sie hören will. Obwohl es um meine Sichtweise geht. Dabei gibt es kein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘. Nach kurzem Überlegen antwortete ich also: „Ich soll nicht immer alles so persönlich nehmen. Ich habe diese Woche trotz der vielen schwierigen Situationen gut überstanden. Hmmm…“ „Noch etwas?“ „Wie zum Beispiel?“ „In meinen Augen nehmen Sie etwas ganz Wesentliches mit. Sie sind kein schlechter Mensch!“  Das muss erstmal sacken. Im Grunde …

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Fuck you, life

Depressionen erdrücken

Vor einigen Tagen… Es lauert irgendwo in meinem Innern. Gut getarnt, so dass es nicht auf den ersten und auch nicht auf den zweiten Blick direkt sichtbar ist. Doch ich kann es fühlen – wie das Vibrieren der Gleise eine Ewigkeit bevor der Zug heransaust. Eine diffuse innere Anspannung und Nervosität – ähnlich eines Cover Up Tatoos. Du kannst es mit allem möglichen überdecken und trotzdem bleibt es für immer da. Heute brach die Verzweiflung endlich aus mir heraus. Ich schrie, weinte, schnappte nach Luft, schlug meine Hand gegen den Türrahmen meines Badezimmers, weil ich dachte diesen tiefen Schmerz anders …

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Kunterbunter Abschied mit einer Prise Traurigkeit

Abschied von der Psychotherapie

Diese Woche war es soweit: Meine vorerst letzte Sitzung bei meiner Therapeutin. Da ich vor zwei Wochen im Scherz zu ihr sagte, dass ich sie gerne in ihrer Praxis gefangen halten würde bis ihre Elternzeit vorbei ist, durfte ich dieses Mal sogar die doppelte Zeit nutzen. Es war ein unheimlich gutes Gefühl, ohne Zeitdruck in die Praxis gehen zu können. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber 50 Minuten sind jedes Mal viel zu schnell vorüber – meistens genau dann, wenn ich gerade noch ein wichtiges Thema anreiße. Natürlich war es mir ein Anliegen, über die Zeit ohne ihre therapeutische …

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