Heimkommen

Ich bin schon einige Tage wieder zu Hause und so ganz langsam gewinne ich meine Stabilität zurück. Die Nächte sind erholsam, denn ich kann endlich schlafen. Die irrationalen Ängste vor der Nacht, die ich in der Klinik entwickelt hatte, sind zum Glück auch verschwunden. Und damit auch die Angst vor der Angst! Die letzten beiden Wochen in der Klinik waren schwer. Ich hatte einen emotionalen Zusammenbruch. Es ging mir von Tag zu Tag schlechter. Ich fing urplötzlich an zu weinen, ohne dass es mich entlastet hätte. Ich war total unruhig und habe es an keinem Ort mehr ausgehalten. Raus aus …

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Machs gut, Louis

Rennmaus Louis

Die Woche begann für mich mit unendlicher Sorge und Trauer. Normalerweise meldet sich mein Mäusemann Louis spätestens gegen 16 Uhr mit auffälligem Gebuddel, um seinen Hunger zu demonstrieren. Doch ich bekam ihn letzten Sonntag bis zum frühen Abend nicht zu Gesicht. Mit etwas Sorge nahm ich sein Häuschen aus dem Gehege. Er sah gar nicht gut aus. Seine Öhrchen hingen, seine Äuglein waren halb zu und er torkelte auffällig beim Laufen. Mit Müh und Not bekam ich ihn dazu, ein paar seiner liebsten Leckereien zu essen und etwas Wasser zu trinken. Am Montag bin ich direkt nach der Arbeit zu meiner …

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Kunterbunter Abschied mit einer Prise Traurigkeit

Abschied von der Psychotherapie

Diese Woche war es soweit: Meine vorerst letzte Sitzung bei meiner Therapeutin. Da ich vor zwei Wochen im Scherz zu ihr sagte, dass ich sie gerne in ihrer Praxis gefangen halten würde bis ihre Elternzeit vorbei ist, durfte ich dieses Mal sogar die doppelte Zeit nutzen. Es war ein unheimlich gutes Gefühl, ohne Zeitdruck in die Praxis gehen zu können. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber 50 Minuten sind jedes Mal viel zu schnell vorüber – meistens genau dann, wenn ich gerade noch ein wichtiges Thema anreiße. Natürlich war es mir ein Anliegen, über die Zeit ohne ihre therapeutische …

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Abschied naht

Abschied in der Psychotherapie

Seit einigen Wochen taumle ich am Rande eines unfassbaren dunklen Abgrunds entlang. Hin und wieder stürze ich der endlosen Tiefe entgegen, konnte mich allerdings jedes Mal aus eigener Kraft abfangen. In den letzten Tagen frage ich mich jedoch, ob ich mich überhaupt noch festhalten möchte. Vielleicht ist das dunkle Nichts, welches mich am Ende dieses Abgrunds einhüllen wird, die bessere Lösung als Tag ein Tag aus, immerzu gegen all die Leere und Schwere anzukämpfen. Die Situation rund um meine Arbeit hat mich extrem ins Wanken gebracht. Nach 6 Monaten Arbeitslosigkeit zeichnete sich ein Lichtblick am Horizont ab, der so schnell …

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Leb wohl, Lotte

Meine zwei Rennmausdamen, die mich durch meine Depressionen begleitet haben

Es kam so unerwartet und ich bin unendlich traurig, liebe Lotte. Mich tröstet der Gedanke, dass du jetzt bei deiner liebsten Freundin Luna sein darfst, mit ihr zusammen durch den Mäusehimmel springen, in Laufräder laufen, Mehlwürmer und Sonnenblumenkerne verdrücken so viel ihr mögt. Ich werde euch immer in meinem Herzen tragen  

Error – das System ist überlastet!

Dieser Tag war emotional so turbulent – ich muss ihn erstmal richtig verarbeiten. Gerade weiß ich nicht, was ich fühle und wo ich stehe. Die Realität zieht an mir vorüber- ich bin gefühlstaub. Das Gefühlschaos fing heute morgen an. Ich hatte mir vorgenommen zur Uni zu fahren um an meinem ersten Kolloquium für meine Abschlussarbeit teilzunehmen. Dies ist ein 14-tägiges Treffen, bei dem wir alle Fragen besprechen können, die beim Schreiben auftauchen. Als ich in der Straßenbahn saß, hatte ich wirklich ein grummeliges Gefühl im Bauch und sehr viele Gedanken im Kopf. Zum Glück saß gegenüber von mir eine Mutter …

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Ist es zu viel verlangt … ?

Ich habe gerade zwei Postkarten zum Verschicken fertiggemacht – eine für meine beste Freundin und eine für eine Bekannte, die sich gerade in einer psychosomatischen Klinik befindet. Mir macht es unheimlich Spaß, kleine Überraschungen im Alltag zu verschicken. Freut sich der Empfänger, freue auch ich mich. Dadurch fühle ich mich ein Stück weit wahrgenommen. Postkarten sind heutzutage total außer Mode geraten. In der Welt von Smartphone und Internet wird lieber eine Nachricht über die sozialen Medien verschickt, um sich möglichst schnell und bequem mitzuteilen. In meinen Augen eine Entwicklung, die ich sehr bedaure. Mich freut es viel mehr, eine persönliche, …

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