Der Kern meines Seins

Es ist still geworden. Die Klinik fordert all meine Kräfte. Bei mir ist etwas ganz Wesentliches aufgebrochen. Etwas ist in Gang gekommen, was mich auf allen Ebenen berührt. Und doch bin ich noch da, kämpfe mich tapfer von Tag zu Tag und komme mir ein Stück weit immer näher. Ich bin froh, dass ich so mutig bin, genau hinzuschauen und diese Chance hier bekommen habe. Das Glück an so eine tolle Therapeutin zu gelangen. Mein Innerstes wurde wie ein Puzzle in 1000 Einzelteile gesprengt, damit es sich nun Stück für Stück wieder richtig zusammensetzen kann. Ich weiß, dass ich noch …

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Ankommen

Die ersten Tage in der Klinik Ich bin seit 2 Tagen in der Reha und versuche mich nun langsam einzugewöhnen. Die Tage Woche vor meiner Anreise war sehr stressig und ich bin an die Grenze meiner Kräfte gestoßen. Trotzdem habe ich alles noch rechtzeitig geschafft. Wahrscheinlich auch dank meiner frühen Planung mit Checkliste. Bullet Journal rules! Bereits in den ersten Stunden hier habe ich bemerkt, wie stark mich meine sozialen Ängste doch noch einschränken – die Angst vor Fehlern bzw. fehlerhaftem Verhalten und Bewertungen sitzt tief. Teilweise auch so versteckt, dass ich es gar nicht bewusst wahrnehme. Dazu kam mir …

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Unerträgliche Stille

Schweigen in der Psychotherapie aushalten

Vor Kurzem las ich bei der lieben Therapeutenseele einen Beitrag zur Thematik des Schweigens während der Therapiesitzung. Mir war bisher gar nicht bewusst, wie sehr Stille selbst PsychotherapeutInnen vor Herausforderungen stellt und einen innerlichen Druck aufbaut, der erst einmal ausgehalten werden will. Als ich mich das erste Mal entschloss, eine Psychotherapie zu beginnen, gelangte ich auf Empfehlung zu einer Psychoanalytikerin. Mir war zu diesem Zeitpunkt schon bekannt, dass diese Art von Therapie nicht gerade die kommunikativste ist. Allerdings war ich auf das, was mich dort erwartete überhaupt nicht gefasst – kein Entgegenkommen, keine Hilfestellung, kein Nachfragen: ganz einfach keinerlei verbale Kommunikation. Natürlich hat mich das Schweigen …

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Werd‘ endlich aktiv!

bei Depressionen aktiv werden

Jeder, der einmal in seinem Leben eine Depression hatte oder Menschen mit einer depressiven Erkrankung kennt, weiß wie erdrückend ein stinknormaler Tag sein kann. Das Bett erscheint als der friedlichste Ort der Welt. Alles andere wirkt total sinnlos! Gerade deshalb ist es umso wichtiger aktiv zu werden – so wenig machbar es sich auch anfühlen mag. Meine Therapeutin und ich arbeiten an diesem wichtigen Punkt. Ich soll in die Aktivität gehen – soziale Kontakte aufbauen, mit Freunden treffen, mich sportlich betätigen – auf gut Deutsch: Hintern hoch, Depression zu Hause auf dem Sofa lassen und raus in die Welt! An Ideen mangelt …

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Kleinigkeiten mit großer Wirkung

Manchmal werfen mich schon die geringsten Kleinigkeiten aus der Bahn. Ich fühle mich als wäre ich am Ende eines langen, finsteren Tunnels angelangt – mit dem Gesicht zur Wand, kein Ausweg, und hinter mir höre ich das böse, dunkle Monster in langsamen Schritten näherkommen. Letztes Wochenende! Ich war für den Samstag mit meinen Uni-Mädels zum Abendessen verabredet. Bereits am Vorabend kuschelte sich jedoch meine Depression an mich heran und schmeichelte mir mit ihren Worten. Wieso lasse ich mich bloß immer wieder von ihr einlullen? Ich war mir also gar nicht mehr sicher, ob ich die Verabredung überhaupt einhalten kann und will. Gründe, die dagegen sprechen sind auch …

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Wie das mit den neuen Erfahrungen so ist

Diese Woche ist geprägt von Neuigkeiten, Sorgen, Müdigkeit, Leere und einer sehr schönen Erfahrung. Ich hatte ja an anderer Stelle schon einmal ausführlicher geschrieben, wie schwer mir Verabredungen fallen (Verkriech dich nicht!). Letzte Woche konnte ich mich dazu überwinden, mich mit zwei Kommilitoninnen zu verabreden, da ich sowieso viel Zeit an der Uni wegen meiner Abschlussarbeit verbringe. Vor dem Treffen war ich sehr aufgeregt, weil wir uns längere Zeit nicht gesehen hatten. Ich wusste nicht, wie ich ihnen begegnen soll und machte mir auch Gedanken, was sie mich fragen könnten. Trotz all der Aufregung und einiger Befürchtungen verbrachten wir 3 …

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Verkriech dich

… NICHT! Verabredungen sind toll, Verabredungen machen Spaß, Verabredungen steigern die Laune, Verabredungen lassen uns weniger einsam fühlen, Verabredungen fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl und unsere Kommunikationsskills – UND Verabredungen stressen mich enorm! Dabei ist es gleich, ob ich mich mit Familie, guten Freunden, entfernten Bekannten oder online Kontakten verabrede. Solange der Termin noch in weiter Ferne liegt, bin ich total begeistert. Ich plane aktiv mit, was wir machen könnten und freue mich sogar darauf. Selbst bei Treffen meiner FB Gruppe sage ich jedes Mal spontan zu. Solche Termine werden meist weit im Voraus ausgemacht. Das bedeutet für mich Sicherheit, denn ich …

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