Aufbruch

Heute war schon der zweite Termin mit meiner neuen Betreuerin und ich wollte längst darüber berichtet haben. Zuerst einmal: Ich bin mir selbst so so dankbar, dass ich den Mut hatte, mich nach einem neuen Träger umzuschauen. Und es brauchte verdammt viel Mut! Die Angst vor der Unsicherheit war wieder einmal groß. Sobald ich nicht absolut sicher bin, eine ‚gute‘ Entscheidung zu treffen, verharre ich lieber. Selbst dann noch, wenn es mir eigentlich schon nicht mehr gut tut.

Es verging ein Jahr des Haderns und Zweifelns, bevor ich diesen wichtigen Schritt gehen konnte. Mit der Hilfe meiner wundervollen Ergotherapeutin habe ich es letztendlich geschafft, die alles entscheidenden Telefonate zu führen. Und dann war der Ball auch schon am Rollen! Kündigung des alten Trägers, das letzte Gespräch mit meiner alten Betreuerin und die nahtlose Übernahme bei dem neuen Träger. Ganz schön viel Aufwirbelung in kurzer Zeit!

Vor dem ersten Termin mit meiner neuen Betreuerin war ich echt nervös. Es war ziemlich ungewohnt statt S., Frau T. in meinem Wohnzimmer sitzen zu haben. Schon allein ihr Auftreten ist ein völlig anderes. Und sie ist deutlich jünger als S. Sogar ein paar Jahre jünger als ich. Ich erwischte mich dabei, wie ich (oder eher ein zweifelnder Teil in mir) kurz dachte: „Das wird doch sowieso nix mit ihr! Viel zu jung!“ Wie gut, dass ich diesen Gedanken mittlerweile nicht mehr alles glaube. Die gesunde Erwachsene hat die Fäden in der Hand. Sie wägt ab; und sie trifft am Ende alle wichtigen Entscheidungen.

Das Gespräch verlief echt positiv. Frau T. hat sich anderthalb Stunden Zeit genommen, um mit mir über meine aktuelle Lebenssituation und meine Ziele zu sprechen. Und bereits bei diesem ersten Treffen hat sie so viele gute, konkrete Infos für mich gehabt, dass ich wirklich glaube, mit ihr vorwärts kommen zu können. Endlich! Nach einem gefühlt endlos langen Stillstand. In mir keimt eine kleine Hoffnung.

Es wird Veränderungen geben. Ein Schritt nach dem nächsten. Meine Liste ist lang. Und die ersten Prioritäten stehen.

• GdB erhöhen
• Termin bei meiner Jobberaterin
• Begutachtung meiner Erwerbsfähigkeit
• Ehrenamt oder/und Orientierungspraktika

Ich möchte wieder arbeiten! Nur ich weiß noch nicht genau, wie und wo. Zurück in den sozialen Bereich? Oder doch eine Umorientierung? Ein paar Ideen sind Frau T. und ich schon durchgegangen, aber wir wollen meine Arbeitsvermittlerin mit ins Boot holen. Ich weiß ja weder welche Möglichkeiten ich habe noch was das Jobcenter alles anzubieten hat. Fr. T. meinte, dass „die schonmal Geld locker machen“, wenn man wieder ernsthaft in Arbeit möchte. Warten wir es ab!

Was mir jedoch jetzt schon ganz klar ist: Ich bin offen für alle Vorschläge und Optionen. Keine vorzeitige Abwehr gegenüber Unbekanntem. Kein (innerer) Druck, in eine bestimmte Richtung zu müssen. Ich darf mir nämlich Zeit lassen! Vor allem mit den wichtigen Entscheidungen!


Ich freue mich über Gedanken, Ideen und Anregungen in den Kommentaren. Das geht auch völlig anonym!

3 Gedanken zu „Aufbruch“

  1. Mit jedem Beitrag den ich hier lese scheint es einen Schritt voran zu gehen. Du triffst die richtigen Entscheidungen. Das ist gut, und freut mich sehr für dich.

    Sonnige Grüße aus dem Hunsrück!

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    • Hallo Daniel! Ich habe gerade die letzten Tage häufiger mal an dich gedacht. Du hast Recht. Zur Zeit ist bei mir wirklich einiges im Aufbruch. Keine Ahnung, wohin es mich führt, aber ich bin bereit. Viele Grüße aus dem viel zu heißen Pott!

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  2. Du warst das also! 🙂
    Deine Gedanken scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen, ich schaue hin und wieder gerne vorbei und mache mich schlau was es Neues zu vermelden gibt.

    Der Weg ist das Ziel. Du wirst deinen Weg schon gehen, da bin ich sehr sicher.

    An der Hitze kann ich leider nichts ändern, bin selber aber froh dass die Temperaturen sich bei uns im Rahmen halten. Alles über 22 Grad ist einfach nur anstrengend und unheimlich ermüdend, aber auch hier soll es morgen schon deutlich wärmer werden.

    Vergiss also nicht viel zu trinken wenn du mal wieder spazieren gehst, und gönn dir ab und an mal ein Eis. Ich persönlich bin der Stracciatella Typ, mit Banane und/oder Nuss.

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