In Bewegung

Mein letzter Beitrag ist schon wieder über drei Monate her. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Und Wahnsinn, was in dieser Zeit alles in Bewegung gekommen ist. Mit einigen wirklich schwierigen Entscheidungen, die ich am liebsten nach Außen abgegeben hätte.

Seit Sommer habe ich endlich eine Therapie. Zwei Jahre des Suchens mit viel Angst, Frust und Enttäuschung sind zu Ende! Ich habe ein Jahr auf diese Frau gewartet, aber es scheint als habe es sich wirklich gelohnt. Auch wenn die äußeren Rahmenbedingungen nicht optimal sind – ich kann nur alle 2 Wochen einen Termin haben – ist die Entscheidung nach einem intensiven inneren Ringen für sie gefallen. Und dabei hat sie bereits eine wichtige Rolle gespielt. Von der ersten Sitzung an hat sie meine ambivalenten Anteile ernst genommen. Jedes noch so kleine Details wurde von allen Seiten beleuchtet, damit ich zu einer für mich guten Entscheidung kommen kann. Dazu gehörten auch Absicherungen von meiner Seite, z. B. ein fester Therapietag und die Möglichkeit, mich zwischen den Sitzungen zu melden, falls ich sie brauchen sollte. Ich glaube damit haben wir eine ganz gute Basis geschaffen.

Neben der Therapie, habe ich seit einigen Wochen auch wieder eine ambulante Skillsgruppe (DBT). Damit hatte ich, ehrlich gesagt, dieses Jahr gar nicht mehr gerechnet. Ich war total erstaunt zu hören, dass die Ambulanz eine Psychologin eingestellt hat, damit eine neue Gruppe auf die Beine gestellt werden konnte. Normalerweise sparen die an jeder Ecke 😉 . Meine Ambulanzpsychologin hat dafür gesorgt, dass ich bereits jetzt dabei sein darf und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Auf der Warteliste standen nämlich über 40 Patient*Innen. Die Versorungslage mit ambulanten Angeboten ist hier in der Gegend echt mau! Und auch wenn ich die aktuellen Inhalte (Achtsamkeits-Modul) schon auswendig kenne – Klinik lässt grüßen! – nehme ich jedes Mal doch wieder etwas für mich mit.

Mir ist in den letzten Monaten auch immer weiter klar geworden, dass ich mich um einen neuen BeWo-Träger (ambulant betreutes Wohnen) kümmern muss. Ich fühle mich von meiner Betreuerin nicht wirklich gut unterstützt und vor allem, was für die kleine Annie noch viel schlimmer ist, ganz oft nicht verstanden. Das ist etwas, was ich in meiner Kindheit permanent zu spüren bekommen habe. Und ich muss das nicht aushalten können oder sogar als Chance sehen! Sie ist schließlich da, um mir im Alltag zu helfen. Sie ist nicht da, um eine therapeutische Herausforderung zu sein. Jetzt brauche ich nur den Mut, die ersten Schritte zu gehen.

Ansonsten versuche ich einen gewissen Alltag aufrecht zuerhalten. Haushalt wuppen, schöne Dinge tun, spazieren gehen und mich an der Natur erfreuen. Vor Kurzem habe ich das Diamond Painting für mich entdeckt. Das ist so ähnlich wie Malen nach Zahlen. Nur werden dort keine Felder ausgemalt sondern bunte Steine auf vornummerierte Kästchen geklebt. Zur Zeit sitze ich an einer Bilderreihe für mein Schlafzimmer. Ein Bild ist bereits fertig.

2 Gedanken zu „In Bewegung“

  1. Das klingt doch sehr erfreulich… dass Du wieder an einer Gruppe teil nehmen kannst….neben der Therapie. Eine gute Art sich auch ein wenig selbst zu therapieren…ist das, was Du hier tust. Dein Blog! Über das, was Dich bewegt zu schreiben tut der Seele gut und hilft sich selbst zu reflektieren… Aus diesem Grund betreibe auch ich wieder einen Blog, es tut einfach meeega gut und zeigt unter Umständen auch mal Denkfehler auf…. In Deinem Fall kannst Du über diese dann in einer Sitzung sprechen. Also, weiter so… Du bist stärker als Du glaubst!

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    • Liebe Marita,
      danke für deinen Kommentar. Er ist irgendwie total untergangen, was mir leid tut. Du hast Recht, dass es total super ist, wieder an eine Gruppe teilnehmen zu können. Ich merke, dass mir der Termin gut tut, auch wenn die Tage mit Skillsgruppe anstrengend sind und ich vieles aus den Modulen schon kenne. Und auch mit dem Schreiben hast du Recht! Leider mache ich das hier ja viel seltener als früher, weil ich meist nicht mehr richtig in den Fluss komme. Zusätzlich tummele ich auch noch auf Instagram – das Tor zur Hölle 😉 Ich kann übrigens alles bei meiner Therapie ansprechen, was gerade dringend ist. Hast du auch eine ambulante Psychotherapie oder anderweitige professionelle Hilfe?
      Hab einen schönen Tag!

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