Chaotische Ambivalenz

Seelenbeitrag Tag 15

Mich fuchst es gerade schon, dass ich einen Tag hinterherhinke, weil ich gestern nicht gebloggt habe. Dabei wollte ich dieses Projekt ja bewusst flexibel halten, um zu schauen, was es mit mir macht. Eins weiß ich ziemlich sicher. Mein Herr Kritiker mischt hier jeden Tag eine ganze Menge mit. Er hat mir gestern Abend noch ein richtig schlechtes Gewissen gemacht, so dass ich tatsächlich bis 22 Uhr überlegt habe, ob ich nicht doch schnell… ABER ich habe mich für die Ruhe entschieden – gegen den Stress und Druck! Und das ist völlig in Ordnung!

Es ist nicht unbedingt so, dass es nichts zu erzählen gäbe. Im Gegenteil. In meinem Kopf sind viel zu viele Gedanken. Viel Ambivalenz. Viel Unzufriedenheit und die Frage nach dem Sinn. Aber dann gibt es auch immer wieder die kleinen, schönen Momente. Der Stolz, wenn ich etwas schaffe, von dem ich morgens noch dachte es ginge auf gar keinen Fall. Und die Hoffnung, dass sich mit der ‚eigentlichen‘ Therapeutin vielleicht etwas in meinem Leben verändern kann.

Meine aktuelle Übergangstherapie frustriert mich zunehmend. Ich bin dankbar, dass die Frau während meiner Krise Anfang des Jahres so wahnsinnig schnell für mich da war. Keine Frage! Aber sobald es jetzt an die tieferen Themen gehen sollte, gerät sie an ihre Grenzen. Vermute ich zumindest. Es könnte natürlich auch sein, dass sie bewusst an der Oberfläche bleibt, weil ich im Sommer sowieso zu meiner ‚eigentlichen‘ Therapeutin wechseln werde. Jedenfalls sagt sie solche Standardsätze wie „Sie haben schon verdammt viel Wissen und machen das richtig gut“. Ja, ich habe verdammt viel Wissen, aber das alleine bringt mich nicht mehr richtig weiter.

Naja, evtl. haben wir nächste Woche sowieso unseren letzten gemeinsamen Termin. Sie fragte mich, ob wir uns dann schon verabschieden sollen. Diese Frage hat mich doch etwas überrumpelt und ich wusste gar nicht, was ich sagen soll. Das ging mir alles ein wenig zu schnell mit dem Abschied. Ich erfahre ja auch erst Anfang Juli, wann ich bei der anderen Therapeutin anfangen kann. Und was ist, wenn es mit dem Wechsel, wieso auch immer, nicht klappen sollte?!

Es fühlt sich gerade unglaublich lange an, noch zwei Wochen mit all dem Chaos im Kopf auf das Telefonat mit der ‚eigentlichen‘ Therapeutin zu warten. Aber, liebe kleine Annie, vergiss nicht: Du bist nicht allein! Ich bin bei dir! Und Fr. H. und auch die andere Frau H. 😊


Lass ein paar freundliche Worte hier

%d Bloggern gefällt das: