Kleine Schritte

Ich bin gerade echt stolz auf mich, weil ich diese Woche zwei wichtige Aufgaben angegangen bin, die ich schon seit einiger Zeit vor mir hergeschoben habe. Ihr kennt das sicherlich. Der Berg erscheint einem so gewaltig und hoch, dass man schon vor dem ersten Schritt Angst hat, es nicht zu schaffen.

Ich habe endlich eine Liste mit Therapeutinnen aus meiner Umgebung erstellt, die Schematherapie oder klärungsorientierte Psychotherapie anbieten. Zur Zeit bin ich zwar einmal pro Woche in der Institutsambulanz bei einer wirklich guten Psychologin, aber dort kann ich keine langfristige Psychotherapie machen. Also brauche ich über kurz oder lang, eine ambulante Therapeutin. Am besten eine, die sich auf Persönlichkeitsstörungen spezialisiert hat bzw. sich gut damit auskennt. Und das ist wirklich nicht einfach zu finden.

Vorher steht aber noch etwas anderes an. Übernächste Woche habe ich nämlich mein Vorgespräch für die Klinik. Ich bin nicht sicher, ob ich hier schon darüber berichtet habe, aber ich habe mich bereits im November um einen Klinikplatz bemüht und endlich kann ich zum Vorgespräch kommen. Da es nicht gerade ums Eck ist, werde ich für eine Nacht auf Kosten der Klinik in einem Hotel einquartiert.

In den letzten zwei Wochen bin ich ständig um die Notizen für dieses Gespräch herumgeschlichen, aber mir war klar, dass ich ein wenig Struktur brauche, um meine Ziele klar formulieren zu können. Also habe ich mich gestern mit Milchkaffee und Zimtschnecke hingesetzt und schrieb alles auf, was mir in den Kopf kam. Und das ist gar nicht mal so wenig – zwei DIN-A5-Seiten. Die werden mich definitiv für verrückt erklären 😉

Diese Woche durfte ich auch noch eine ganz neue Erfahrung machen. Nachdem ich endlich alles beisammen hatte – Puzzlematten, Stecknadeln und den Waschzusatz für die Wolle – habe ich mich zum ersten Mal an das Spannen eines selbstgehäkelten Tuchs gewagt. Ich war ganz schön nervös. Kann ich etwas falsch machen? Was ist, wenn es hinterher total beschissen ausschaut? Und wie funktioniert das eigentlich richtig?

Dem Internet sei Dank fand ich eine Anleitung, die mich Schritt für Schritt durch den Prozess leitete. Mann, war ich angespannt. Geduld ist nicht so ganz meine Stärke. Schon gar nicht, wenn ich nicht weiß, ob ich es richtig mache. Wobei es, glaube ich, nicht wirklich ein ‚richtig‘ oder ‚falsch‘ gibt.

Also saß ich ziemlich lange – keine Ahnung wie lange – auf dem Boden und zog und pinnte und löste und pinnte bis ich einigermaßen mit dem Ergebnis zufrieden war. Und hinterher betrachtet ist es gar nicht mal so schlecht geworden!

gehäkeltes Tuch

 

Weitere Gänseblümchen der Woche:

  • Ich habe mir zum ersten Mal die FLOW gekauft, um eine Wartezeit zu überbrücken und bereue es bisher nicht. Tolle Artikel!
  • Zweimal mit Leslies Programm ‚Walk at home‘ gewalkt. Ich möchte mich wieder mehr bewegen. Selbst wenn es nur 15 Minuten sind.
  • einen megaschönen Sonnenaufgang gesehen
  • Vogelgezwitscher am Morgen
  • eine neue Dose für meine Kaffepads gekauft – mit rotem!!! Deckel
  • wieder mit progressiver Muskelentspannung angefangen
  • Rosinenbrötchen mit Schokostreusel – jammi
  • Star Trek Discovery schauen – die zweite Staffel scheint echt ganz gut zu sein
  • Life is strange 2 spielen – so schön und so traurig

Was waren eure Gänseblümchen der Woche?

4 Gedanken zu “Kleine Schritte”

  1. Ein sehr schönes Tuch!

    Mit Deinen ausführlichen Notizen für das Klinik-Vorgespräch hast Du mich schockiert! Ich gehe morgen ganz ohne Plan und Ideen in meines und warte einfach, was auf mich zukommt. Upsi. Okay, eine Vorstellung, was ich möchte, habe ich schon. Aber eben überhaupt keine Ahnung, ob das mit dem, was dort geboten und möglich ist, überhaupt übereinstimmt. Da muss ich mich überraschen lassen.
    Ich drück die Daumen, dass Du Deine Ziele gut kommunizieren kannst und dass man sie dort auch umsetzen kann.
    Liebe Grüße
    Gabi

Schreibe einen Kommentar

%d Bloggern gefällt das: