Wie soll es weitergehen?

Ich wünsche euch allen ein schönes neues Jahr!

Eigentlich hatte ich vor, wie viele andere Blogger auch, einen Jahresrückblick zu machen. Doch umso näher Silvester rückte, umso unmotivierter wurde ich. Um ehrlich zu sein, setzten mich die ganzen Beiträge ziemlich unter Druck. Muss ich da mithalten? Nur weil es alle machen? Werde ich noch gesehen, wenn ich es nicht tue?

Ja, werde ich überhaupt noch gesehen? Das ist eine Frage, die mich im letzten Jahr immer wieder begleitet hat. Ich blogge nicht mehr ausschließlich für mich, sondern weil ich Druck verspüre. Und das ist die absolut falsche Motivation! Meinem kindlichen Anteil ist es unheimlich wichtig, gesehen zu werden. Hier auf dem Blog, aber auch auf facebook oder instagram. Es möchte Aufmerksamkeit – die Aufmerksamkeit, die es früher nicht bekommen hat. Mich deshalb aber unter Druck setzen? Das ist das bisschen ‚fame‘ nicht wert!

Und deshalb muss ich mir die Frage stellen, wie es hier weitergehen soll?! In meinem Kopf habe ich einige Konzepte, aber bisher noch keinen richtigen Antrieb gefunden, sie umzusetzen. Ich würde gerne eine Häkelecke einrichten, da mir das Häkeln wieder unheimlich viel Spaß macht und zu einem regelmäßigen Hobby geworden ist. Außerdem dachte ich an eine Bullet Journal Kategorie mit Schwerpunkt auf die mentale Gesundheit.

Was  aber auf alle Fälle weiter bestehen bleiben soll, sind die wöchentlichen Gänseblümchen:

  • Ich habe nur für mich, einen Rückblick auf das letzte Jahr geschrieben und dabei festgestellt, wie sehr ich doch in manchen Bereichen gewachsen bin. Selbst die schwierigste Zeit in der Reha hat mich hinterher eine ganze Menge über mich gelehrt.
  • Ich hatte ein spontanes Treffen mit der lieben Nelia. Wir waren in der Buchhandlung stöbern und sind danach einen Kaffee trinken gegangen. Normal bin ich ja nicht der spontane Typ, aber dieses Mal war es völlig okay. Sogar obwohl ich nicht in der besten Stimmung war.
  • Zu Weihnachten habe ich einen Gutschein für die Buchhandlung bekommen, den ich natürlich direkt einlösen musste. Drei neue Bücher sind bei mir eingezogen – das Arbeitsbuch zu ‚Das Kind in dir muss Heimat finden‘, das Paperback von ‚Sonea – die Königin‘, damit es einheitlich im Bücherregal steht und ‚Die Geschichte des Wassers‘. Ich lese zur Zeit wieder unglaublich gerne und bin froh, dass es mit der Konzentration so gut klappt.
  • Ich nehme mir bewusst Zeit meine Tage mit ‚Ein guter Tag‘ zu reflektieren. Eine halbe Stunde mit Kerzenschein, Kaffee bzw. Kakao und leiser Hintergrundmusik nur für mich alleine. Das kann ich jedem empfehlen.
  • Einen wunderschönen Sonnenuntergang im Park erlebt
  • Walk at Home – mein Ziel ist es zweimal pro Woche mit dem Programm zu arbeiten
  • Ich habe einiges über die Kleinanzeigen verschenkt und bin glücklich, dass die Dinge aus dem Haus sind

Was waren eure schönen Momente in der letzten Woche?

 


Hier könnt ihr nachlesen, was es mit dem Gänseblümchen der Woche auf sich hat. Ihr seid herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Noch mehr Gänseblümchen findet ihr bei

7 Gedanken zu “Wie soll es weitergehen?”

  1. Liebe Annie,
    Ich finde es absolut in Ordnung das du dir Gedanken darüber machst.
    Ich habe zwei Kinder, sind aber bereits 24 und 27 die psychische Probleme haben. Und bei Ihnen ist es auch ganz wichtig das sie bei vielem nur das machen was sie wirklich in ihrem Inneren wollen.
    Manches muss man natürlich. Aber bei allem was mit sozialen Kontakten zu tun hat ist es gerade bei meiner Jüngeren wichtig das sie darauf achtet, das sie sich mit dem was sie tut gut fühlt.
    Versuche du wirklich nur das zu machen wo du dich mit wohl fühlst !
    Ich drücke dich ganz lieb ❣
    Liebe Grüße Uli

    • Liebe Uli,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich komme erst jetzt zum Antworten. Du beschreibst es so schön – es ist unheimlich wichtig, was wir wirklich wollen. Solange wir uns immer wieder in falsche Formen pressen lassen, macht es auf Dauer unglücklich. Und ich will mich hier auf dem Blog nicht nur auf meine psychische Erkrankung reduzieren. Eine Zeit lang hat mir das Schreiben sehr geholfen, aber es ist mehr und mehr zum Druck geworden. Deshalb soll es Veränderungen geben. Ganz abbrechen kommt nämlich nicht in Frage. Dafür habe ich zu viel Zeit und Herzblut reinfließen lassen.

      Ich drück dich zurück!
      Annie

  2. Auch ich habe ein Blog, und ich bin Musiker und ich kenne es nur zu gut: Der Wunsch nach Aufmerksamkeit, nach Zuwendung. Aber im Netz passiert das nicht, es ist ein Glücksspiel. Je näher am Schlager und am Mainstreampop, desto mehr würde es als Musiker funktionieren. Und bei Facebook & Co hängt es ja schon allein davon ab, an welchem Wochentag man postet. Samstags zum Beispiel gibt es konsequent weniger Reichweite bei mir. Aber wenn ich meine Inhalte anpasse an den Massengeschmack, dann werde ich zwar geliebt, aber nicht als das, was ich bin, sondern als äußere Hülle… und man will ja so geliebt werden, wie man ist!

    Irgendwann habe ich einen neuen Hosting-Provider gewählt und keine Zugriffsstatistiken mehr in Betrieb genommen dabei. Oft genug frage ich mich: Zu was schreibst du, zu was machst du, wenn es doch keinen interessiert?

    Und dann versuche ich, für mich selbst zu schreiben und zu musizieren und das Kind in mir zu trösten und mit meinem inneren Erwachsenen selbst aufmerksam und zuwendungsvoll zu sein. Wäre das nur immer so einfach.

    Trotzdem denke ich, dass es auch ein erwachsenes Bedürfnis ist: Gesehen werden. Wer wünscht sich nicht positive Rückmeldung und von anderen auch mal bewundert zu werden? Nur: Verlassen kann man sich eher nicht darauf. Und als Mensch mit Depressionshintergrund macht es einem diese Welt nicht leichter, es gibt so viele Bereiche, in denen man je nach Ausprägung der Krankheit keine Erfolge ernten kann.

    Nun, da ich selbständig arbeite, merke ich außerdem: Fame nützt halt auch nicht so viel. Wenn Beauty-Blogkinderinnen jammern, dass sie für ein paar Euro wieder den ganzen Tag über einen neuen Lippenstift gebloggt haben und viele Kommentare ihr Mitgefühl ausdrücken, da denk ich dann notgedrungen: Schöner Fame, aber das kann ich mir gar nicht leisten, ich muss was machen, wo in okayem Ausmaß der Euro rollt. Das rückt so manches gerade.

    Schlimm ist für mich in manchen Phasen auch der Gegenwind. Kritiker gibt es immer, oft auch nur ahnungslose Schwätzer. Aber der innere Kritiker hat die Ohren gespitzt, der Halunke!

    Wie auch immer: Tu’s für Dich! Schreiben, Häkeln, Singen, no matter what. 🙂 LeserInnen sind ein schöner Nebeneffekt.

  3. Liebe Annie,
    ich kann sehr gut verstehen, dass du dir viele Gedanken machst, wie es mit deinem Blog weitergehen soll. Ich finde die Idee, dass du etwas über deine Hobbys wie das häkeln oder auch dein Bullet Journal schreibst, wunderbar. Mir selbst fällt es oft schwer, mich zu meinen kreativen Hobbys aufzuraffen, aber wenn ich dann irgendwo lese, dass jemand anders wieder was tolles in der Richtung gemacht hat, inspiriert mich das oft und ich komme selbst auch wieder ins Handeln.
    Natürlich alles nur so, wie es dir gut tut.
    Alles Liebe
    Lena

    • Liebe Lena,
      danke für deine Rückmeldung. Mir fällt es auch häufig schwer, mich zu etwas zu motivieren, aber wenn ich dann anfange, tut es mir meist gut und macht sogar Spaß! Es wäre super, wenn ich auch Andere dazu motivieren kann, wieder etwas zu testen. Hast du denn Hobbys, die dir mal Spaß gemacht haben?
      Viele Grüße von Annie

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